Nach der Geburt wird der Stoffwechsel der Milchkuh enormen Belastungen ausgesetzt – sie benötigt große Mengen an Energie. Die Sicherstellung einer ausreichenden Energiedichte lässt sich aber oft nicht aus dem Grundfutter und Kraftfutterkomponenten alleine gewährleisten. Daher stellt sich die Frage, welche Futtermittel hier eine sinnvolle Ergänzung darstellen und zu einer Unterstützung des Energiestoffwechsels beitragen können.

Oft fällt in diesem Zusammenhang das Stichwort „Futterfette“. Denn Futterfett hat einen extrem hohen Energiewert und bessert, rein rechnerisch, die in der Ration enthaltene Energie deutlich auf. Doch welchen Einfluss hat das Ganze auf den Stoffwechsel und kann diese Energie dem Tier verfügbar gemacht werden?

Grundkurs: Fettmobilisation im Stoffwechsel

Der Blutzucker, oder besser die Glucose, stellt die „Energiewährung des Körpers“ dar. Die meisten Zellen des Körpers „ernähren“ sich von Glucose und benötigen sie, um ihre Funktionen zu erfüllen. Gerade in den ersten 100 Tagen der Laktation wird außerdem ein Großteil der Glucose in Lactose umgewandelt und ist somit ein wichtiger Faktor für die Milchsekretion.

Diese Glucose wird physiologischerweise aus den Kohlenhydraten gewonnen, die über die vorgelegte Ration verabreicht werden. Kommt es jedoch zu einem Glucosemangel im Blut, beginnt die Kuh Körperfett einzuschmelzen, um zusätzliche Energie verfügbar zu machen. Diese wird in Form von aktivierter Essigsäure im Körper freigesetzt und ein Teil davon kann, wenn noch genügend Blutzucker vorhanden ist, in den Energiekreislauf eingeschleust werden.

Zusammenhänge zwischen der Nahrung, dem Futterfett und der Energie

Ist dies jedoch, beispielsweise bei einem Energiedefizit, nicht mehr der Fall, kommt es zur Entstehung von Ketonkörpern – die Kuh schlittert dann in eine Ketose und die Leber verfettet.  Trotz des vorliegenden Energiedefizits stellt sich als Nebenwirkung dann Appetitlosigkeit ein, wodurch die Futteraufnahme weiter absinkt.

Für mehr Informationen zum Thema Ketose und Ketoseentstehung siehe auch Ketose beim Milchvieh.

Einsatz zum richtigen Zeitpunkt

Mit der Umsetzung des Futterfetts im Körper verhält es sich ebenso wie mit dem Körperfett. Gerade die Tiere, die sich in einem Energiemangel befinden, verfügen nicht über genug Glucose, um die Energie aus dem Fett dem Energiekreislauf zuzuführen. Das Risiko einer klinischen Ketose wird drastisch erhöht und Leberschäden begünstigt. Dies hat weitreichende Folgen für die Lebenseffektivität der Hochleistungskuh.

Fett sollte daher erst dann als Bestandteil der Fütterung erwogen werden, wenn die Kühe das Tal der negativen Energiebilanz in den ersten Wochen der Laktation überwunden haben. Erst dann verfügt der Körper über die Möglichkeit, die Energie aus dem Fett in den Energiekreislauf einfließen zu lassen. In diesem Stadium kann dann durch die zusätzliche Energie auch die Milchleistung gesteigert werden. Weitere Informationen über das Thema Futterfette und wie sie in der Milchkuh-Fütterung richtig eingesetzt werden, erfährst du in diesem Ratgeber!

JOSERA Grafik zeigt Fettmobilisation im Stoffwechsel

Weitere Maßnahmen zur Unterstützung des Energiestoffwechsels

Futterfette eignen sich nicht zur Aufbesserung der Energiebilanz der Frischmelker. Für ein optimales Management des Energiedefizits nach der Kalbung ist es sinnvoller, die Fütterung der Trockensteher, Transittiere und der Freshcow-Gruppe in diese drei Phasen aufzuteilen, um den Bedarf der Tiere möglichst genau abzudecken. Als weitere Maßnahme gilt es, den Stress für die Tiere auf jeder Ebene (Fütterung, Infektionsdruck, Technopathien, Stallklima, Stoffwechselstörungen etc.) möglichst gering zu halten. Denn Stress und mögliche Entzündungen müssen im Körperinneren der Kuh bekämpft werden und kosten viel Energie.

Durch diese Stressminimierung und eine bedarfsgerechte Fütterung wird die Gesundheit der Kuh verbessert, das Immunsystem gestärkt und eine hohe Lebenseffektivität und lange Nutzungsdauer ermöglicht. Neben optimierten Haltungsbedingungen und Management ist DairyPilotFlavoVital® ein geeignetes Mittel zur Steigerung der metabolischen Effizienz und der Gesamtleistung der Milchkühe.


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