Strukur überprüfen

Neben einer hohen Grundfutterqualität, sind hier vor allem auch die Futtervorlage, die Futteraufnahmen und letztendlich auch die richtige Pansenverdauung entscheidend. Durch Rationsberechnungen kann die Ration zwar abgeschätzt und Abläufe in der Kuh möglicherweise rekonstruiert werden, die tatsächliche Praxis spiegelt aber nur eine genaue Analyse vor Ort wider. Hierfür gibt es einfache, und auch preislich erschwingbare Instrumente, wie zum einen die Schüttelbox und zum anderen ein Kotsieb. So können schnell versteckte Potentiale aufgedeckt und Anpassungen vorgenommen werden. Durch „Ausschütteln“ der Silagen am Futterstock dient diese auch der Überprüfung der Partikelgröße der Mais- und Grassilage und damit der Strukturwirkung des Grundfutters. Die Zielbereiche sind in der Tabelle dargestellt.

JOSERA Rinder im Stall, Blick in Stallgasse

Tabelle 1 Verteilung der Partikelgrößen für Silage und Total-Misch-Rationen
Quelle: Eigene Darstellung nach Thomas Bonsels, LLH Kassel “Praxistipp zum Einsatz der Futterschüttelbox”, S. 4 und LFL Infomationen “Gruber Tabelle zur Fütterung der Milchkühe, Zuchtrinder, Schafe und Ziegen”, S. 38,39. Auflage 2015

MaissilageGrassilage
Obersieb > 1,9 cm2 – 4 %
(10 – 15% Verwendung von
Cracker-Walzen)
10 – 20 %
Mittelsieb < 1,9 cm – > 0,8 cm40 – 50 %10 – 20 %
Untersieb < 0,8 cm40 – 50 %40 – 50 %

Mischgenauigkeit überprüfen

Die Schüttelbox liefert aber mehr als Daten zur Höhe der Struktur- bzw. Kraftfutteranteile in der Fütterung. Anhand mehrerer Proben entlang des Futtertisches kann die Mischgenauigkeit des Futtermischwagens kontrolliert werden. Einheitliche Ergebnisse bestätigen die richtige Befüllreihenfolge und eine gute Arbeitsweise des Mischwagens. Die Zielbereiche sind in der Grafik für eine Total-Misch-Ration dargestellt. Die Methode ist natürlich auch für Roboterbetriebe und Aufgewertete-Mischrationen möglich, wobei die Kraftfutteranteile in der Untersiebfraktion folglich deutlich kleiner ausfallen. Die Verteilung in den Grobfraktionen zueinander (Ober- und Mittelsieb), verändert sich dadurch aber im Verhältnis nicht.

JOSERA Verteilung der Partikelgrößen im Futter

Bild: Verteilung der Partikelgrößen einer TMR (links Empfehlung, rechts Beispiel aus der Praxis)

Ein höherer Wert im Obersieb, hat zwar eine gute Wiederkauaktivität zur Folge, schränkt aber gleichzeitig, durch das hohe Volumen des Futters im Pansen, die Futteraufnahme ein. Dadurch kann die Kuh nicht die benötigte Menge an Futter und dementsprechend an Energie und Nährstoffen aufnehmen, die sie bräuchte. Damit steigt die Gefahr der Futterselektion und das Risiko von Stoffwechselerkrankungen wie Ketosen und Acidosen. Nach Umstellungen der Ration kann diese Untersuchung helfen, Anpassungen vorzunehmen, bevor die Gesundheit der Tiere dadurch leidet und sie in der Leistung abfallen. Der Vergleich der Schüttelboxergebnisse einer frischen Ration mit denen einer schon länger am Futtertisch liegenden lässt Rückschlüsse über eine eventuelle Selektion des Futters durch die Kühe zu.

Kotwaschung

Neben der Kontrolle, wie das Futter ins Tier gelangt, gibt es die Möglichkeit, die Futterverwertung im Tier zu bewerten. Hierzu eignet sich die Methode des Kotwaschens. So kann genau bestimmt werden, wie gut die Umsetzung des Futters im Tier abläuft (siehe Bilder Kotwaschen).

JOSERA Ergebisse Kotwaschung

Bild: Ergebnisse des Kotwaschens, links Obersieb Lochweite 5 mm, rechts Untersieb Lochweite 2 mm

Je geringer der Anteil im Obersieb ist, desto besser. Untersuchungen in der Praxis zeigen, dass sich häufig 20 – 30 % unverdaute Futterreste allein im Obersieb wieder finden lassen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass zwischen 1/5 und 1/3 des Grundfutters das Tier unverdaut wieder verlassen und in der Gülle landen. Bei einer guten Verdauung liegt dieser Wert unterhalb von 15 %, welcher sich häufig ohne großen Aufwand realisieren lässt. Gleichzeitig wird festgestellt, ob sich angeschlagene unverdaute Mais- und Getreidekörner im Kot befinden. Ist der Anteil zu hoch, muss über eine bessere Synchronisation von Energie – und Proteinabbau im Pansen nachgedacht werden. Tauchen mehrere nicht angeschlagene Körner auf, sollte für die Zukunft nochmal auf die Einstellung des Maishäckslers oder der Mahl- und Mischanlagen geschaut werden. Dies stellt ein enormes wirtschaftliches und energetisches Potential dar. Neben Rationsoptimierungen und gegebenenfalls Anpassungen im Arbeitsablauf, können hier Produkte, die den Energiekreislauf, die Futteraufnahme und Verdauung positiv beeinflussen, eine große Hilfestellung bieten und weiteres Potential freisetzen. So können gleichzeitig die Leistung und die Gesundheit der Kühe erhöht werden.

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