Regional hat die langanhaltende Trockenheit bereits in den vergangenen Jahren zu hohen Ertragseinbußen bei Mais und Grünland geführt. Beim Silomais waren Bestände mit fehlenden Kolben oder geringer Kolbenausprägung die Folge. Der diesjährige Frühjahrsregen konnte zwar die schlimmsten Ängste dämpfen, war aber bei weitem nicht genug, um die Reserven wieder aufzufüllen, die durch die beiden letzten Jahre fast aufgebraucht wurden.

Für betroffene Betriebe ist es jetzt wichtig, sich frühzeitig einen Fahrplan für die nächsten Monate zu überlegen. Es gilt, einen durchdachten Futterplan zu erstellen, um rechtzeitig auf die Futterknappheit zu reagieren, auf potentielle Alternativen auszuweichen und das vorhandene Futter effizient zu nutzen.

Die Basis ist das Grundfuttermanagement!

Vorhandenes Grundfutter sichern

Gerade jetzt ist es von höchster Wichtigkeit, die Qualität des Grundfutters hochzuhalten. Wo immer es geht, sollte gerade hier kein Risiko eingegangen werden: Das Silo besser noch einmal nachverdichten und auf jeden Fall geeignete Siliermittel verwenden, um Verderb und Qualitätsminderung der Grundfuttersilage zu verhindern. Und lieber noch einmal kontrollieren, ob die Abdeckung auch wirklich dicht ist. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn in Zeiten der Futterknappheit das ohnehin schon rare Grundfutter noch an Qualität einbüßt. Dazu gehört auch, dass gerade bei hohen Trockenmassegehalten, wie sie bei Trockenheit häufig vorkommt, der Gärprozess deutlich mehr Zeit braucht. Riskieren Sie keine Verluste durch zu frühzeitiges Öffnen der Silos! Bei >35% TM braucht die Silage mindestens 8, eher jedoch 12 Wochen, um den Gärverlauf abzuschließen.

Holen Sie aus Ihrem Grundfutter durch optimales Management alles heraus, denn so können Sie bereits hier die Kosten für zusätzlich gekauftes Futter senken.

Grundfutter strecken und ergänzen…

… teilweise ersetzen

Gut eingespart werden kann Grassilage beispielsweise bei den Trockenstehern und der Nachzucht. Ersetzt werden sollte hier mit Getreide, Stroh und Soja-/Rapsextraktionsschrot, bei den Trockenstehern der gesamte Grassilageanteil, bei der Nachzucht besser nur die Hälfte. So steht den Frühlaktierenden, der Transitgruppe und den Fressern insgesamt deutlich mehr Grundfutter zur Verfügung.

… strecken mit Stroh

Auch Stroh kann also eingesetzt werden, um das Grundfutter zu strecken. Es sollte dafür allerdings nur sehr gutes (kein Schimmel, keine anorganischen Beimischungen wie Sand etc.!) und kurz geschnittenes Stroh (Häcksellänge zwischen 3 und 5 cm) verwendet werden, sonst wird es ausselektiert. Diese Zulage sorgt für einen höheren Strukturgehalt der Ration und kann erhöhte Kraftfutterzulagen zum Teil ausgleichen, um der Kraftfutter-bedingten Pansenazidose vorzubeugen.

JOSERA Rinder im Fressständer stehend

💡 Aber Vorsicht: Ein zu hoher Strukturgehalt kann die Passagerate und damit die Futteraufnahme senken. Außerdem senkt die Strohzulage natürlich die Energiedichte der Ration, die wiederum mit der Milchleistung korreliert. Dies ist von besonderer Relevanz in der Transitgruppe und den frühlaktierenden Kühen. Auch die Fresser kommen mit energiereduzierten Rationen schlechter zurecht. Hier ist das Strecken mit Stroh nicht empfehlenswert, das Grundfutter sollte daher besser in der Aufzucht, dort vorrangig im zweiten Aufzuchtsjahr, und bei den Altmelkern eingespart werden. Eine Zulage von bis zu 4kg/Tier und Tag ist hier möglich, die Ration muss allerdings mit eiweiß- und energiereichen Zusätzen (Getreide, Körnermais, Rapsextraktionsschrot…) oder Kraftfutter ergänzt werden. Das Einmischen von Melasse, Melasseschnitzeln oder Glycerin verbessert zudem die Schmackhaftigkeit und beeinflusst so die Futteraufnahmen positiv. Außerdem verhindert es das Ausselektieren des Strohanteils. 💡

…ergänzen mit Kraftfutter

Grundsätzlich ist es ratsam, das beste und energiereichste Futter für Frischmelker, Transitgruppe und Kälber bis 6 Monate zu reservieren. Diese Tiere reagieren auf eine ungenügende Futtermenge und -qualität am empfindlichsten und nehmen daher eine Sonderstellung ein. Hier sollte auf keinen Fall an der verfügbaren Energie gespart werden. Dennoch sollte die Ration auch in Zeiten einer knappen Grundfutterverfügbarkeit zu mindestens 50% aus Grundfutter bestehen. Ein Kraftfutteranteil > 50% ist für den Pansen unphysiologisch und kann schnell zu Pansenazidosen führen.

Nähert man sich diesen 50% Kraftfutteranteil jedoch aufgrund einer gravierenden Grundfutterknappheit bereits, können puffernde Substanzen noch für etwas Entspannung sorgen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass JOSERA DairyPilot gerade in kraftfutterreichen Rationen einen wichtigen Betrag zu einer gesunden Pansenfunktion beitragen kann.

Sind die Rationen bezüglich der Strukturversorgung riskant, sollten die Tiere zumindest immer Futter im Trog haben.

Mineralstoff-Versorgung sicherstellen

Begrenzte Grundfuttermengen und stark schwankende Qualitäten machen u.U. allerdings trotzdem eine Überprüfung der Mineral- und Wirkstoffversorgung notwendig. Maislastige Rationen, auf die aufgrund eines Mangels an Grassilage gerne ausgewichen wird, haben beispielsweise einen deutlich niedrigeren ß-Carotin-Gehalt als grasbetonte Rationen. Da eine optimale ß-Carotin-Versorgung für die Fruchtbarkeit aber unumgänglich ist, kann es hier gerade in Zeiten verringerter Futteraufnahme (Transitphase) zu Engpässen kommen. Follikel haben darüber hinaus auch eine Art „Gedächtnis“, was zur Folge hat, dass Fruchtbarkeitsprobleme nach einer Mangelsituation noch mehrere Wochen anhalten können und die befruchtete Eizelle geringere Überlebenschancen hat.
Gleiches gilt für Grassilagen mit einer Trockenmasse über 45%. In beiden Fällen ist eine ß-Carotinzulage bis zur nächsten Trächtigkeit empfehlenswert.

💡 Wichtig ist dabei auch, eine optimierte Aufnahme und Nutzung der Nährstoffe zu gewährleisten. Neben einer optimierten Ration ist hier der Einsatz von JOSERA DairyPilot für einen effizienteren Nährstoffaufschluss im Pansen zu empfehlen. 💡

Welche Optionen gibt es sonst noch?

Weiterer Grünlandschnitt für mehr Grassilage

Sollten nach dem Einbringen des eigentlich letzten Schnitts noch weitere Niederschläge fallen, machen diese u.U. noch einen weiteren Grünlandschnitt möglich. Dann ist jedoch darauf zu achten, dass der Kräuteranteil im Verhältnis höher sein wird als gewöhnlich, da das energiereiche Gras aufgrund der Trockenheit deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Dieser zusätzliche Schnitt wird also eine etwas energieärmere Grundfuttervariante sein. Dies gilt es bei der Rationsplanung zu berücksichtigen: Die ersten, energiereichen Schnitte sollte den Tieren der Frühlaktation, der Transitphase und des ersten Aufzuchtsjahres vorbehalten sein, die späteren können als Grundfutter von Trockenstehern und zweitem Aufzuchtsjahr dienen. Trotzdem sollte auch hier auf die Trockenmasse, die Schnitthöhe und den Aschegehalt geachtet werden.

Ein häufig tiefer geführter Schnitt sowie ein höherer Kräuter- und Trockenmassegehalt gefährden jedoch häufig den Gärverlauf dieser späten Silagen. Der Einsatz eines biologischen Siliermittels wie Josilac classic hilft, die Silage vor Fehlgärungen zu schützen und so den Futterwert zu erhalten.

JOSILAC Silostock während Verdichtung

Zwischenfrüchte als Futterreserve

Durch die überlegene Futterqualität von Mais und Gras sind die Zwischenfrüchte in den letzten Jahrzehnten vom Futtertisch so gut wie verschwunden. In Zeiten des Grundfuttermangels bietet es sich jedoch an, auch Zwischenfrüchte wieder als Futtermittel zu nutzen.

Die Wahl besteht hier zwischen Sommerzwischenfrüchten wie Sommerraps, Sommerrüpsen, Futterkohl und Sonnenblumen, die noch in selben Jahr genutzt werden können und Winterzwischenfrüchten wie Winterraps, Winterrüpsen und Futterroggen sowie Welsches Weidelgras und Grünroggen, die (meistens) erst nach dem nächsten Winter genutzt werden. Für Sommerzwischenfrüchte sollte der Aussaattermin etwa zwischen Mitte Juli und spätestens Ende August liegen, ab Mitte August bieten sich dann bereits die Winterzwischenfrüchte an.

Um die Futtermenge noch im selben Jahr aufzustocken, empfiehlt sich beispielsweise das einjährige Weidelgras als Sommerzwischenfrucht. Mit einer Futterwertzahl von 7 zeichnet es sich durch eine sehr hohe Schmackhaftigkeit aus und bringt hohe Trockenmasseerträge. Es lässt sich sowohl frisch verfüttern als auch silieren und kann damit auch akute Engpässe im selben Sommer/Herbst noch ausgleichen. Zusammen mit Kleegras ergibt sich ein noch ertragreicheres Gemenge (z.B. Landsberger Gemenge). Um für das nächste Jahr vorzusorgen, kann alternativ auch das winterharte Welsche Weidelgras als Winterzwischenfrucht gewählt werden, das dann im nächsten Jahr bereits Ende April schnittreif ist und die Flächen für etwa den Maisanbau frei macht.

Auch das gern genutzte Landsberger Gemenge, das als Winterzwischenfrucht angebaut wird, kann als Futtermittel gut genutzt werden. Es handelt sich um eine Mischung, die zur Hälfte aus Welschem Weidelgras und zur Hälfte aus Leguminosen (Inkarnatklee und Winterwicke) besteht. Neben seinen hervorragenden Eigenschaften für die Bodenfruchtbarkeit ist diese Mischung ebenfalls sehr ertragreich, wohlschmeckend und durch einen hohen Eiweißanteil für die Milchkuhfütterung gut geeignet.

Ganzpflanzensilage aus Getreide

Neben Zwischenfrüchten bietet auch die Getreide-Ganzpflanzensilage eine Möglichkeit, die vorhandenen Flächen ertragreicher zu nutzen. Durch den relativ hohen Fasergehalt bei mittlerer Verdaulichkeit kann diese Silage beispielsweise eine Grassilage-Ration gut ergänzen. Es können dabei bis zu 6 kg TM pro Kuh und Tag zugefüttert werden, eine Mineralfutterergänzung ist sinnvoll. Es gibt allerdings noch einige weitere Punkte zu beachten:

  • Wichtig ist das Verhältnis zwischen Stroh und Korn. Mehr Körner bedeutet mehr Energie und bessere Silierung. Dieses Verhältnis ist bei Weizen und Gerste beispielweise deutlich besser als bei Roggen. Also bereits die Sortenauswahl sollte durchdacht sein. Um möglichst hohe Energiegehalte zu erreichen, sollten die Pflanzen außerdem bereits zur Teigreife, das heißt etwa zwei bis drei Wochen VOR dem eigentlichen Dreschtermin eingeholt werden. Angestrebt wird etwa 35-45% Trockenmasse bei der Ernte, verpasst man diesen Zeitpunkt, sinken die Energiegehalte durch die steigenden Rohfaseranteile (Stroh) deutlich.
  • Nur vorhandenes Korn bringt jedoch auch noch keinen Mehrwert: Die Körner müssen gecrackt werden, denn sonst passieren sie den Verdauungstrakt der Rinder unverdaut und bringen keinerlei Mehrwert. Deshalb sollte sehr fein gehäckselt werden, möglichst unter 8mm!
  • Weiter ist auch die Silierung nicht ganz einfach. Getreide-GPS erhitzt sich leicht und muss daher besonders sorgfältig verdichtet und rasch abgedeckt werden. Neben einem ausreichenden Cracken der Körner (damit genug freie Stärke/Zucker für die Vergärung zur Verfügung steht) ist auch der Einsatz von Siliermitteln hier sehr zu empfehlen.
JOSERA Getreidefeld

Pressschnitzelsilage – eine Futterkomponente mit Nebenwirkung

Pressschnitzel sind ein Nebenprodukt der Zuckergewinnung. Als solches sind sie nicht nur sehr energiereich, sondern auch besonders schmackhaft. Sie enthalten einen großen Anteil gut verdaulicher Kohlenhydrate (Hemizellulose, Pektin), die im Pansen schnell zur Verfügung gestellt werden können, aber die Verdauung nicht so belasten wie Zucker und reine Stärke es tun. Frische Pressschnitzel sind allerdings nicht lange haltbar und sollten daher rasch siliert werden.

Pressschnitzelsilage wird warm siliert (zwischen 50 und 55°C) und kann nach 6 bis 8 Wochen verfüttert werden, wenn sie ausgekühlt ist. Die Pressschnitzelsilage verbessert zwar die Verdaulichkeit von Grassilage und Heu, hat aber nur eine geringe Strukturwirkung, muss also daher mit Stroh kombiniert und mit Mineralfutter aufgewertet werden. Zudem vermindert sie aber Ammoniakemissionen durch eine bessere N-Nutzung: der Milchharnstoff ist bei gleicher Leistung niedriger. Sie eignet sich daher beispielsweise als Maissilageersatz zur Ergänzung eiweißreicher Futtermittel (z.B. Grassilage). Bei Milchvieh sollten maximal 4 bis 5 kg TS bzw. 20 kg Frischmasse eingesetzt werden.

Kartoffelpülpe – hochverdaulicher Energielieferant

Kartoffelpülpe wird noch eher selten eingesetzt, eignet sich aber prinzipiell gut für die Fütterung auf dem Milchviehbetrieb. Sie entsteht während der Gewinnung von Kartoffelstärke und enthält sozusagen alle Kartoffelbestandteile außer der technisch entzogenen Kartoffelstärke. Ihr verbliebener Gehalt an hochverdaulicher Stärke ist darum immer noch hoch (bis 40%) und macht sie damit zu einem hervorragenden Energielieferanten. Die geringe Strukturwirksamkeit muss allerdings ebenfalls durch eine Strohzulage ausgeglichen werden und auch eine Ergänzung durch Mineralfutter ist notwendig. Dann können jedoch bis zu 10kg/Tier/Tag gefüttert werden, deren Stärkeanteil zu fast 100% verfügbar ist!

Biertreber – aus Erfahrung gut

Eine gute Ergänzung des Grundfutters mit diätetischer Wirkung ist auch Biertreber. Darunter versteht man die festen Rückstände des Malzes, das bei der Bierherstellung verwendet wird. Diese sind reich an Eiweiß und damit ein hochwertiges Futtermittel.

Der Treber kann frisch verfüttert werden, hält sich aber nicht lange. Er lässt sich aber problemlos entweder als Folienschlauchsilage oder auf der Bodenplatte bei 40 °C silieren. Ab einer Temperatur von 20 Grad kann der Biertreber nach ca. 4 bis 6 Wochen verfüttert werden. Um Sickersaftverluste zu verhindern, können, ebenso wie bei nassen Grassilagen, Trockenschnitzel mit einsiliert werden. Bis zu 12kg/Tier/Tag Biertrebersilage sind hierbei möglich.

Was gibt es noch?

Es gibt noch einige andere Komponenten, mit denen die Futterration ergänzt werden kann. Citrus- und Apfeltrester sowie Maiskleber können der Ration ebenfalls als Energielieferanten beigemischt werden. Auch Zuckerrübenkleinteile, sowie Möhrentrester eignen sich als Futter auf dem Milchbetrieb.

Zuckerrübenkleinteile

Bei der Verarbeitung von Zuckerrüben fallen nicht nur die bereits erwähnten Pressschnitzel an, sondern auch sogenannte Zuckerrübenkleinteile. Diese Fraktion besteht zum Großteil aus Rübenbruchstücken und Rübenblättern. Auch sie sind energiereich, hochverdaulich und lassen sich gut silieren.

Apfeltrester

Apfeltrester ist ein Nebenprodukt der Apfelsaftgewinnung. Er bietet durch die hohen Anteile an Hemizellulose, Zellulose und Pektinen eine hohe Schmackhaftigkeit und Energiedichte. Zudem sind etwa 20% Rohfaser und kleinere Anteile Rohprotein enthalten.

Möhrentrester

Auch beim Pressen von Möhrensaft fallen natürlich Rückstände an. Diese werden als Möhrentrester bezeichnet und sind ein sehr gutes Futtermittel: Energiereich, vitaminreich, sehr schmackhaft und mit einem sehr hohen Gehalt an Carotinoiden. Bereits 3-4kg/Kuh/Tag decken den gesamten Carotinbedarf, was sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Durch die hohen Zuckergehalte lässt sich der Möhrentrester auch sehr gut silieren. Tipp: Um Oberflächenverlusten vorzubeugen, empfiehlt sich das Abstreuen der Oberfläche mit Salz

Maiskleber und Maiskleberfutter

Beide Futtermittel fallen als Nebenprodukte der Stärke- und Alkoholgewinnung aus Mais an und können gut zur Eiweißergänzung eingesetzt werden. Sie sind allerdings zu unterscheiden, denn Maiskleber enthält hauptsächlich die Klebersubstanz der Maiskörner, während Maiskleberfutter die Gesamtheit der Nebenprodukte beinhaltet, darunter Schalen, Kleber, Wasser und Mehlkörperanteile. Maiskleber enthält dadurch natürlich deutlich mehr Rohprotein, der Anteil ist mehr als doppelt so hoch wie im Maiskleberfutter, gleiches gilt für pansenstabiles Protein. Dagegen enthält Maiskleberfutter mehr Stärke und Zucker. Maiskleberfutter enthält außerdem deutlich mehr Rohfaser und kann auch gut siliert werden. Um eine gute Aminosäurenbalance zu gewährleisten, sollte jedoch mit Sojaextraktionsschrot ergänzt werden. Beide Futtermittel sind reich an Vitamin A und Carotinoiden, was sich gerade in Zeiten der Futtermittelknappheit durchaus positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken kann, siehe oben.

Kartoffelknollen

Auch Überproduktionen an Speisekartoffeln können der Rinderration zugemischt werden. Sie sind reich an Stärke und Zucker, sind aber im Management nicht ganz einfach. Zum einen muss in jedem Fall die Mineralstoffversorgung ausgeglichen werden. Zum anderen muss sehr genau auf die Qualität geachtet werden. Kartoffeln sind natürlicherweise stärker mit Erde verschmutzt, als sie es für die Rinderfütterung sein sollten. Am besten löst sich die Erde, wenn sie ganz trocken ist – aber auch das Auskeimen muss verhindert werden, denn ausgekeimte Kartoffeln enthalten Solanin, eine giftige Substanz, die massive gesundheitliche Schäden verursachen kann – darum am besten dunkel, aber luftig (unter einer lockeren Silofolie) lagern. Zu warme und zu kalte Temperaturen (Frost), beeinträchtigen die Lagerfähigkeit ebenfalls und obwohl eine Silierung durchaus möglich ist, ist zu beachten, dass große Mengen an Gärsaft austreten. Dieser kann beispielsweise durch eine Schichtsilage mit Mais aufgefangen werden, wenn der Mais entsprechend trocken ist (>32% TM).

Sonderbedingungen durch CoVid19

Achten Sie darauf, ob – bedingt durch die Corona-Krise – in den nächsten Monaten möglicherweise größere Mengen Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie in Ihrer Region anfallen. Diese könnten eine zusätzliche Futtermittelergänzung darstellen, sollten jedoch vor der Fütterung genau untersucht werden, ob sie sich zur Fütterung eignen.

Letzte Möglichkeit: Die Tierzahl reduzieren

Als letzte Möglichkeit bleibt noch das Abstocken. Vor allem Überbelegungen müssen abgebaut werden. Hier ist es ratsam, in allen Altersstufen einzugreifen: Es sollten nur die Jungtiere im Bestand bleiben, die für die Remontierung notwendig sind, Alt- und Schlachtkühe, die ohnehin gemerzt werden sollen, müssen zeitnah den Betrieb verlassen. Auch anstehende Sanierungsprogramme können vorgezogen werden und so schneller für Entlastung sorgen.

Fazit

Standortfaktoren, Kosten und Warenverfügbarkeit werden darüber entscheiden, welche Strategie für Ihren Betrieb die Richtige ist. Eine durchdachte Rationsberechnung ist aber in jedem Fall hilfreich und kann viel Geld einsparen.

Unbestritten ist auch der Vorteil biologischer Siliermittel in der Sicherung des betriebseigenen Grundfuttervorrats. Diese können den Masse- und Energieverlust in Silagen minimieren und Fehl- sowie Nachgärungen entscheidend entgegenwirken.

Die Verwertbarkeit des vorhandenen Grundfutters und der zulegten Ergänzungsfuttermittel und Mineralfutter wird durch den Einsatz von JOSERA DairyPilot verbessert.

JOSERA DairyPilot Verpackung

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