Warum überhaupt Trockenstellen?

In der Trockenstehphase baut die Kuh ihre während der Laktation verlorenen Reserven wieder auf, das Euter regeneriert sich und subklinische Mastitiden können ausheilen. Die Kuh muss auf die Herausforderungen der Folgelaktation vorbereitet werden. Des Weiteren werden in dieser Phase auch die Weichen für die spätere Kolostrumqualität und die Fitness des Kalbes gestellt. Dabei ist es wichtig, den Stress zu reduzieren, das Immunsystem zu stabilisieren und den Transfer von Immunglobulinen ins Euter sicherzustellen. Damit diese positiven Effekte auch zum Tragen kommen, muss neben der Haltung auch das Fütterungsmanagement gut durchdacht sein.

Ein- oder zweiphasiges Trockenstellen?

Grundsätzlich haben beide Konzepte ihre Berechtigung und sind praxistauglich, jeweils mit ihren Stärken und Schwächen. Entscheidend ist, welches Konzept sich für Ihren Betrieb besser eignet.

Zweiphasige Trockensteherfütterung

Die zweiphasige Trockensteherfütterung teilt sich in die Frühtrockensteherphase und die Anfütterungsphase auf. In der Frühtrockensteherphase, die acht bis vier Wochen vor der Geburt liegt, soll sich die Kuh erholen, der Stoffwechsel entlastet und die Reserven wieder aufgefüllt werden. Der Energiebedarf ist aufgrund ausfallender Milchleistung stark reduziert, weshalb die Ration oft mit Stroh gestreckt wird und damit rohfaserreich ist. Dies führt auch zur Erhaltung des Pansenvolumens.

In der zweiten Phase, der Anfütterungsphase (drei Wochen vor der Geburt bis zur Geburt) muss auf die veränderten Bedürfnisse der trockenstehenden Kuh eingegangen werden. Die Futteraufnahme sinkt, was eine Erhöhung der Nährstoffdichte in der Ration erfordert. Gleichzeitig soll sich der Pansen an die Ration der Laktierenden anpassen. Eine Erhöhung des Stärkeanteils in der Ration durch Getreide fördert zudem die Entwicklung der Pansenzotten. Neben dem Einsatz von Spezialfuttermitteln zur Ketose- und Milchfieberprophylaxe ist auch der Einsatz von z.B. ß-Carotin zur Verbesserung der Kolostrumqualität problemlos möglich.

Generell wird eine zweiphasige Trockensteherfütterung dem Bedarf der Kühe gerechter als eine einphasige Trockensteherfütterung.

Allerdings gibt es auch Schattenseiten. So sind zum einen mehrere Gruppen- und Rationswechsel notwendig und zum Anderen reduzieren sich die Gruppengrößen, was zu kleineren Mischungen im Futtermischwagen und zu einem höheren Zeitaufwand führt. Zur Arbeitserleichterung empfiehlt es sich, den Frühtrockenstehern die Jungviehration im 2. Lebensjahr zu verabreichen. In der Anfütterung wäre aus Sicht der Arbeitswirtschaft die abgewertete Ration der Laktierenden mit Anpassung der Mineralstoffversorgung zwar ein Kompromiss, jedoch nicht optimal.

Einphasige Trockensteherfütterung

Die einphasige Fütterung lässt sich dagegen arbeitswirtschaftlich leichter realisieren, ist den Bedürfnissen der Trockensteher aber weniger gut angepasst. Dies bedeutet nicht, dass sie nicht funktioniert – sie ist jedoch immer ein Kompromiss und muss betriebsindividuell betrachtet werden.

Generell erfordert die einphasige Trockensteherfütterung homogene Herden. Die Nährstoffdichte muss so angepasst werden, dass die Tiere zu Beginn der Trockenstehperiode nicht verfetten und am Ende der Trockenstehphase – trotz reduzierter Futteraufnahme – immer noch genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Einen Gewichtsverlust am Ende der Trockenstehphase gilt es zu vermeiden, da dies die Wahrscheinlichkeit einer Ketose erhöht. Im umgekehrten Fall erhöht eine Verfettung einzelner Tiere ebenfalls das Ketoserisiko und zudem noch die Wahrscheinlichkeit für Schwergeburten. In homogenen Herden kann hier aber gut gegengesteuert werden. Der Einsatz von Spezialfuttermitteln gestaltet sich oft schwierig und ist zudem teuer, wenn sie die komplette Trockenstehphase gefüttert werden.

Dennoch führen beide Wege zum Ziel. Das Wichtigste ist, dass die Kühe gut fressen, denn eine Kuh, die gesund ist, frisst gut und eine Kuh, die gut frisst, ist gesund!

Welche Rationen sind zu empfehlen?

Damit sich das Pansenmikrobiom und die Zotten zu Beginn der Laktation nicht an zu viele neue Komponenten gewöhnen müssen, sollten in der Trockensteherration möglichst viele Komponenten enthalten sein, die auch die Laktierenden später vorgelegt bekommen – nur eben weniger. Auf puffernde Substanzen, wie Harnstoff oder Natriumbicarbonat, sollte jedoch verzichtet werden. Die Ration sollte mit Stroh gestreckt werden. Dadurch wird die Energiedichte reduziert und die Pansenaufnahmekapazität bleibt erhalten. Um eine Selektion zu vermdeiden, muss das Stroh jedoch sehr klein gehäckselt sein. Bei hohen TM-Gehalten bietet es sich zudem an, Wasser eizumischen.

Zu empfehlen sind außerdem Rationen mit nur wenig Grassilage, denn die z.T. hohen Calcium- und Kaliumwerte hemmen später die Mobilisierung von Calcium und stellen damit einen Hauptrisikofaktor für Milchfieber dar!

Auch die unterschiedlichen Gärqualitäten bergen diverse Risiken, für die die Trockensteher besonders anfällig sind. Gerade erhöhte Ammoniak-, Buttersäure- und Amingehalte bereiten den hochträchtigen Kühen mehr Schwierigkeiten als anderen. Auch hier können Sie sich auf unsere Unterstützung verlassen!

Wir bereiten Ihre Kühe auf die Geburt vor

Damit die Trockensteher gut in die Laktation starten können, gilt es, sie optimal auf Geburt und einsetzende Milchleistung vorzubereiten. Ein großes Thema ist dabei immer die Ketose- und Milchfieberprophylaxe.

Die Keragen-Longlife-Produktlinie unterstützt Ihre Kühe ihr ganzes Leben hindurch – kurz vor der Geburt sind allerdings die Calcium- und Phosphorgehalte besonders niedrig zu halten, die üblichen Mineralfutter sind für diesen Zeitraum also nicht optimal geeignet.

Für die Milchfieberprophylaxe sollte in der Geburtsvorbereitung das Ca:P-Verhaltnis < 1,3:1 sein. In Rationen mit Sojaextraktionsschrot ist hier JOSERA Prophos das optimale Trockenstehermineral. Ein Ca:P-Verhältnis von 0,7:1 reizt den Ca-Stoffwechsel und bereitet die Kuh auf einen erhöhten Ca Bedarf nach der Geburt vor. Hohe Vitamin D3 Gehalte unterstützen den Stoffwechsel dabei.

Speziell für bereits phosphorreiche Rationen empfiehlt sich JOSERA BetaDry, ganz ohne Phosphor. In beiden Geburtsvorbereitungs-Mineralfuttern sind wichtige Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Mangan sowie Selen und B-Vitamine hochverfügbar verpackt und sichern damit eine stabile Versorgungslage Ihrer hochträchtigen Kühe.

Mit einer gesicherten Spuren- und Mengenelement- sowie Vitaminversorgung unterstützen Sie den Stoffwechsel Ihrer zukünftigen Frischmelker optimal und wirken dadurch Milchfieber und Ketosen aktiv entgegen!

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Auch den Kälbern kommt diese optimierte Versorgung ihrer Mütter zugute!

Die β-Carotinzulage in JOSERA BetaDry führt nachgewiesenermaßen zu einer besseren Kolostrumqualität und dadurch zu einer Reduktion der Kälberverluste.

Indem sie oxidativen Stress reduzieren und viele Vitamine und Spurenelemente zur Verfügung stellen, tragen unsere Produkte so zu einer gesteigerten Vitalität der nächsten Generation bei und unterstützen die Kälberentwicklung vor und nach der Geburt.

Kuh mit frischgeborenem Kalb

Kurz und knapp

Das Trockenstehermanagement legt den Grundstein für einen guten Start in die Laktation!

💡 Merke: Die Hochleistungskuh wird vor und nicht in der Laktation gemacht!

Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an – wir stellen Ihnen gerne ein angepasstes Konzept für Ihre Trockensteher zusammen. Jetzt Kontakt aufnehmen!


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