Wie reagieren Rinder auf Mykotoxine?

Das Rind kann Mykotoxine im Pansen teilweise um- und abbauen, wobei Umbauprodukte höchst toxisch sein können. Hohe Passageraten, niedriger Pansen-pH vermindern den Abbau. Nicht abgebaute Mykotoxine werden im Fettgewebe eingelagert. Wird dieses Fettgewebe in der Frühlaktation eingeschmolzen, so gelangen sie ins Blut. Folgen sind Leistungsabfall durch eine geringere Futteraufnahme und Stoffwechselbelastung sowie erhöhte Krankheitsanfälligkeit durch immunsupressive Effekte der Mykotoxine. Des Weiteren kann es zu Fruchtbarkeitsstörungen, z.B. durch die östrogene Wirkung von Zearalenon kommen. In diesem Zusammenhang treten vermehrt Zysten, Scheidenschwellung und –Vorfälle, Euterschwellung, Aborte und Totgeburten auf. Die zytotoxische Wirkung äußert sich durch Schleimhautreizung der Atemwege verbunden mit Husten und durch Durchfall aufgrund der Reizung der Schleimhäute des gesamten Verdauungstraktes. Kälber reagieren empfindlicher, da der Pansen noch nicht aktiv ist.

Grundsätzlich kann jedes Futtermittel mit Schimmel belastet sein.

Strategien gegen Feld- (Fusarien) und Lagerpilze (Aspergillus, Penicillum, …)

Risikofaktoren sind:

  • Getreideart – Durumweizen u. Triticale sind besonders anfällig
  • die Sortenwahl
  • eine warmfeuchte Witterung ab dem Ährenschieben
  • und nicht verarbeitete Maisernterückständen, von welchen sich die Infektion ausbreitet
  • Fehler in der Fruchtfolge

Im Rahmen einer Gesamtstrategie gilt es möglichst viele Faktoren auszuschließen. Fungizide können die Toxinbildung um 40-70% verringern, sofern sie zeitgerecht eingesetzt werden.

Für eine optimale Getreidequalität gilt:

  • Hygiene: Getreide (Reinigung), Mähdrescher, Lager (Schädlingsbekämpfung),
  • visuelle Kontrolle
  • Feuchtegrad bestimmen: Wahl des Erntezeitpunkts, Trocknung
  • Lagerdauer befristen: First in-first out
  • regelmäßige Lagertemperaturkontrolle
  • Konservierung mit Säure, (Ätznatron, Harnstoff)

Risikofaktoren bei Silagen

Bei Silagen gibt es 2 Risikofaktoren – Verschmutzung und Sauerstoff.

Maßnahmen zur Senkung des Sauerstoffgehalts sind:

  • Häcksellängen von maximal 6 bis 8 mm bei Silomais und maximal 40 mm bei Gras
  • TS maximal 40 % bei Grassilage und < 38 % bei Maissilage
  • Verdichtung optimieren
  • geringe Befüllzeit, rasche und dichte Abdeckung
  • Schnelle pH-Wertsenkung und bessere aerobe Stabilität durch den Einsatz biologischer Siliermittel
  • Oberflächenbehandlung, z. B. mit Combisil
  • Vorschub > 1,5m/Tag im Sommer
JOSERA Schimmel im Silo

Maßnahmen im Verdachtsfall

  • verdächtiges Futtermittel absetzen oder verschneiden (bei Aflatoxin und Mutterkorn ist futtermittelrechtlich das Verschneidungsverbot. § 23 Absatz 2 FMG zu beachten)
  • verfüttern an weniger empfindliche Tiere
  • Pansenstabilität verbessern um die Entgiftungsrate zu erhöhen
  • Stoffwechselentlastung und verbesserte Immunitätslage durch eine ausgewogene
  • Spurenelement- und Vitaminversorgung sicherstellen

Probenentnahme

Dabei muss beachtet werden, dass Pilze u. Toxine nicht gleichmäßig verteilt sind. Sichtbarer Schimmel bedeutet nicht, dass dort auch Toxine sind und umgekehrt.

Untersuchungsmethoden und Kosten

Zur mikrobiellen Beurteilung von Futtermitteln hat der Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) ein Orientierungswertschema erarbeitet. Doch sagen dessen Ergebnisse nichts über einen möglichen Toxingehalt aus.

Der Toxingehalt lässt sich derzeit nur zuverlässig mit einer Hochleistungsflüssigkeits-Chromatographie (HPLC) bestimmen. Die Kosten liegen hier bei >100€.
Alternativ eignen sich ELISA-Verfahren (Enzym-Linked-Immunosorbent-Assays) als Screeningverfahren zur Erkennung belasteter Proben. Bei diesem Verfahren können falsch positive Befunde entstehen. Daher müssen positive ELISA – Ergebnisse in jedem Fall durch ein zweites Verfahren, z.B. HPLC, quantitativ abgesichert werden. Die Kosten liegen < 50€.

Mykotoxine bei Josera?

Die Basis für die hohe Qualität der Josera-Produkte bilden unsere Sicherungssysteme bei eingekauften Rohwaren. In unserem Hause werden alle eingehenden Rohwaren vor dem Abladen kontrolliert. Beispielsweise werden Mais, Gerste und Weizenkleie auf Rückstände von DON (Mycotoxin) im firmeneigenen Labor überprüft. In akkreditierten Fremdlaboren werden pflanzliche Rohstoffe auf weitere Mycotoxine (Aflatoxin, Ochratoxin A, usw.) untersucht. Mit Hilfe unserer Sicherungssysteme kann also eine Verunreinigung unserer Produkte mit Mycotoxinen weitestgehend ausgeschlossen werden.

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