Das Einbußen in Silagequalität negative Folgen auf die Futterkosten und die Tiergesundheit haben, ist jedem bekannt. Wie sich dies aber konkret in Zahlen darstellt, ist auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen. In diesem Artikel soll zu diesem Aspekt Stellung genommen werden. Die Preise sind natürlich nicht für alle Regionen gleich, daher ergeben sich hieraus Abweichungen, die jeder für seinen Betrieb selbst ausrechnen kann.

Rationsgestaltung bei unterschiedlichen Silagequalitäten

Abbildung 1: Folgen der Silagequalitäten für die Rationsgestaltung
Futtermittel (kg)Euro / DTSilage ASilage B
Grassilage 1518
Grassilage 2515
Maissilage 1418
Maissilage 2415
Stroh120,70,6
Weizen / Gerste1556
Körnermais192,03,0
Sojaschrot381,31,75
Rapsschrot221,31,75
Mineralfutter620,40,4
T-Aufnahme (kg)22,122,0
MEW (kg)36,436,0*
T aus GF (kg)13,210,6**
Kraftfutter (kg)9,612,5**
Stärke / Zucker (%)30,533,8**
Kosten in Euro / Tier3,794,17***

* 36 kg sind mit der Ration B realistisch nicht möglich
** hohes Gesundheitsrisiko
*** Mehrkosten der Ration B = 0,38 Euro / TuT = 138 Euro / Jahr!

Tabelle 1: SilagequalitätTSXPXFNEL
Gras: sehr gut3501842146,6
Gras: gut3501552766,0
Mais: sehr gut350816,9
Mais: gut350826,9

Als Beispielration dient in diesem Falle eine in den Fütterungsverhältnissen ausgeglichene Ration von Gras- und Maissilage. Die Ration ist für die Hochleistungsgruppe auf 36 kg Milcherzeugungswert bei einer Trockensubstanzaufnahme von ca. 22 kg ausgelegt.

 

Ration A – Silagen mit sehr guter Qualität

In Ration A verfügen die Silagen über sehr gute Inhaltsstoffe. Für die beiden Futterkomponenten wurde mit den Gehalten, die in Tabelle 1 dunkelgrün hinterlegt sind, gerechnet. Die obere Zeile betrifft die Werte der Gras- und die untere Zeile die der Maissilage. Um eine Milchleistung von 36 kg zu erreichen, wurden Stroh für die Struktur, Getreide, Mais und Eiweißfuttermittel ergänzt. Unter den Einsatz von Mineralfutter fallen hier, neben Mineralfutter, auch Futtermittel wie Salz und Futterkalk, die in diesen 400 g enthalten sind.

Das Ergebnis der Ration A stellt ein Grundfutter-Kraftfutterverhältnis von ca. 58:42% dar. Stärke und Zucker sind mit 30,5% schon an der Obergrenze der Empfehlungen. Die Kosten belaufen sich auf 3,79€ pro Tier und Tag.

 

Ration B – Silagen mit guter Qualität

Die Ration B zeigt die Situation bei Fütterung von Silagen mit guten Inhaltsstoffen (Werte hellgrün hinterlegt). Durch die geringeren Werte, bezogen auf Protein und Energiegehalt, müssen diese durch mehr Energie- und Eiweißfuttermittel ausgeglichen werden. Um die Situation vergleichbar zu machen, gilt hier derselbe Anspruch wie an die Ration A (MEW 36kg bei T-Aufnahme 22kg). Der erhöhte Kraftfutterbedarf verdrängt somit Grundfutter, wodurch die Gehalte gleichermaßen um 3 kg reduziert und die Kraftfuttermenge um ca. 3 kg erhöht werden müssen.

Dies führt bei Ration B zu folgendem Resultat: das GF-KF-Verhältnis verschiebt sich auf ca. 46:54%. Der Stärke und Zuckergehalt weist mit nun 33,8% Gehalte auf, die sich deutlich negativ auf die Gesundheit der Kuh auswirken können. Pansenacidosen, reduzierte Verdauungsaktivität und Klauenerkrankungen können hier mögliche Folgen sein. Die Kosten der Ration steigen um satte 38 Cent pro Tier und Tag an. Bei einer Betriebsgröße von 100 Tieren entspricht dies pro Jahr einem Mehraufwand von 13.800€. Dazu kommt erschwerend, dass steigende Tierarztkosten und erhöhte Remontierungsraten hier noch nicht miteingerechnet sind. Auch die Anforderungen mit 36kg MEW lassen sich durch diese Ration realistisch nicht erreichen.

Mögliche Kosteneinsparungen

JOSILAC Grafik zeigt mögliche Kosteneinsparungen

Abbildung 2: Mögliche Kosteneinsparungen in Ct/kg ECM (Quelle: Dr. G. Dorfner, LfL, ergänzt und modifiziert)

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat in einer Untersuchung, die in Abbildung 2 dargestellten Werte, für mögliche Einsparungen in Bezug auf die Kosten in Cent pro Kilogramm energiekorrigierter Milch veröffentlicht. Hier stellen die Bereiche Grobfutterverluste und Produktionskosten Grobfutter die größten Faktoren dar.

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Gerade kurz vor der anstehenden Grasernte sollten hier die möglichen Varianten, für den eigenen Betrieb nochmal durchgegangen werden: Neben den bekannten Grünlandmaßnahmen und Abläufen im Siliermanagement spielt der Schnittzeitpunkt und der gezielte Siliermitteleinsatz eine bedeutende Rolle. Ein früher Schnitt und der gelenkte Gärverlauf durch die Siliermittelwirkung erzeugen hochwertiges und beständiges Protein in den Silagen. Dadurch lässt sich der Zukauf von teuren Eiweißfuttermitteln einsparen (Hinweis: GMO freie Milch). Hierbei steht Ihnen gerne Ihr JOSERA-Berater zur Verfügung, der Ihnen z.B. mit einem Siliermittelrechner die Kosten und den Nutzen für Ihre betriebseigenen Silagen darstellen kann.

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