Unterschiedliche Ursachen

Leber- Zentrum des Stoffwechsels

Die Leber ist das Zentrum des Stoffwechsels. Dieses Organ ist besonders bei Hochleistungskühen gefordert. Schwachstellen in der Aufzucht, wie unzureichende metabolische Programmierung und Pansenzottenentwicklung, oder im Management, z.B. unangepasste Fütterung in der Transitphase vor und nach der Kalbung, führen durch Energiemangel rasch auch zur Überforderung der Leber.

Beim Abbau körpereigener Depots entstehen Ketonkörper die wiederum die Futteraufnahme bremsen. Sind die Ausscheidungskapazitäten über Lunge, Urin und Milch erschöpft, werden diese freien Fettsäuren als Fette in der Leberzelle eingelagert. Diese kann dadurch ihre Funktion, wie z.B. Glucose synthetisieren, Hormone und Abwehrstoffe bilden und Ammoniak aus dem Pansen zu Harnstoff entgiften, nicht mehr erfüllen. Es kommt zur Hypoglykämie und zum Leberkoma. Wird in einem energetischen Defizit zusätzlich noch viel Eiweiß zur Steigerung der Milchleistung gefüttert, kommt es zusätzlich noch zu einer Ammoniakvergiftung.Weitere Leberbelastungen können auch durch Mykotoxine im Futter entstehen. Hier entlastet JOSERA MycoBond die Situation deutlich. Aber auch fetthaltige Komponenten in der Ration oder buttersäurehaltige Silagen begünstigen die Bildung von Ketonen.

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Schnell gleitet eine Kuh in eine Ketose ab, die weitreichende Folgen mit sich bringt. Welche Rolle dabei die Leber spielt und wie dieses wichtige Organ geschützt werden muss, erfahren Sie hier.

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Festliegen rund um die Abkalbung (Kalziummangel)

Festliegen rund um die Abkalbung verdirbt die gesamte Laktation. Dem Festliegen kurz nach der Geburt liegt häufig ein Kalziummobilisierungsdefizit durch ein zu hohes Kalziumangebot (zu weites Ca:P) vor dem Abkalben zugrunde. Ein indirekter Kalzium-Mangel kann aber auch durch eine Hemmung der Kalziumresorption durch zu hohe und zu geringe Phosphorzufuhr, Vitamin D Mangel, hohe Magnesium-, Zink-, Eisen- und Manganzufuhr, Fette und Proteine (Pansenalkalose) entstehen. Eine Azidose beschleunigt die Ausscheidung und kann so zu Kalziumunterversorgung führen. Als weitere Ursache kommt ein Schwefelmangel in Frage. Hier kommt es zu einem Überschuss der Kationen Natrium und Kalium (ebenso bei einem Überangebot dieser Elemente). Der gesamte Stoffwechsel wird alkalisch, was die Kalziumverfügbarkeit vermindert. Der Kalziummangel bewirkt eine schlaffe Lähmung der gesamten Muskulatur. Folgen der Gebärparese: Nachgeburtsverhaltung, Ketose, Uterusvorfall, Labmagenverlagerung.

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Die Gefahren der Grünfütterung

Hier ist ein relativer Magnesiummangel Ursache der Weidetetanie (dies kann bei entsprechender Fütterungssituation auch im Stall auftreten). Die Resorption von Magnesium erfolgt überwiegend in den Vormägen. Bei chronischem Mangel kann nur 2% aus dem Knochen mobilisiert werden. Die Resorption kann durch ein hohes Kaliumangebot, wie er in jungem Grasaufwuchs bei intensiver Nutzung zu finden ist, behindert werden. Zusätzlich hemmt ein hohes Kalziumangebot, eine Natriumunterversorgung, ein hoher pH-Wert im Pansen (durch hohen Proteingehalt) und die Bildung von schwerlöslichen Magnesium-Ammonium-Phosphat (NPN Verbindungen), die Resorption. Magnesium ist u.a. Gegenspieler von Kalzium und entspannt die Muskulatur. Ein Mangel führt daher zu Krämpfen.

JOSERA Rinder auf der Weide stehend

Pansenstörungen

Pansenstörungen haben fatale Folgen. Selten führt eine absolute Unterversorgung zum Festliegen. Die mit Pansenstörungen verbundenen pH-Wertänderungen bewirken ein Ungleichgewicht der Mineralstoffe zueinander. Dies zeigt, wie wichtig die Pansengesundheit und eine ausgewogene Versorgung mit diesen Stoffen sind. Bei einer Pansenazidose infolge zu viel leicht verdaulicher Kohlenhydrate verätzt der hohe Lactatgehalt die Pansenschleimhaut. Durch die fehlende Schutzfunktion kommt es zur Intoxikation und Histaminbildung. Schmerzen und Kreislaufstörungen sind die Folge. Durch die Zerstörung der Pansenflora wird zu wenig Vitamin B1 und andere B-Vitamine gebildet. Der Energiestoffwechsel ist nicht mehr leistungsfähig und das zentrale Nervensystem wird in Kalzium- und Magnesiumverluste über die Niere führen ebenfalls zu Kreislaufstörungen und Schwäche.Bei einer Pansenalkalose durch ein Überangebot an eiweißreichem Futter, oder stark ammoniakhaltiger Grassilage, liegt zu wenig Kalzium und Magnesium in ionisierter Form vor, so dass sie nicht resorbiert werden können.

Phosphormangel

Phosphor steht in enger Wechselwirkung mit Kalzium und Magnesium. Ein Überangebot von Kalzium und ein weites Verhältnis von Kalzium/ Magnesium zu Phosphor behindern die Resorption. Hinzu kommen Komplexbildungen mit Mg, Fe, u. Al. Außerdem fördert eine Azidose die Ausscheidung. Eine chronische Unterversorgung führ zu Schmerzen im Bewegungsapparat und Osteomalazie. Weiterhin können auch schwere Allgemeininfektionen, akute Euterentzündungen, Endotoxine infolge von Schmerzen und Kreislaufschwäche zum Festliegen führen.

Checkliste für festliegende Kühe

Was tun, wenn sich eine Kuh festlegt und nicht mehr mit eigener Kraft aufstehen kann? Hier haben wir eine kurze Checkliste, auf was Sie auf jeden Fall achten sollten:

✔ Auf trockenen, sauberen und rutschfesten Untergrund achten. Am besten ein weicher Untergrund, um Entzündungen und Verletzungen zu vermeiden.

✔ Nutzen Sie Hilfsmittel wie beispielsweise eine Fußfessel, um Aufstehversuche zu unterstützen. Bei nötigem Transport sollten Sie darauf achten Einschneidungen und Quetschungen zu vermeiden.

✔ Die Kuh sollte problemlos auf Futter und Wasser zugreifen können. Das sollte auch in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

✔ Ein Verlagern der Kuh sollte mehrmals am Tag durchgeführt werden, um Folgeschäden an Muskeln und Nerven zu verhindern.

💡 Merke!

Eine ausgewogene und bedarfsorientierte Ration mit ausreichend Struktur und Rohfaser ist die beste Vorsorge gegen das Festliegen. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Ratgeber zu den angepassten Rationen in der Milchkuhfütterung!

JOSERA Rinder auf der Weide stehend

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