Wie erkenne ich eine Labmagenverlagerung?

Labmagenverlagerungen entstehen oft in den ersten Wochen nach der Geburt.

Die Kühe wirken apathisch, fressen schlecht und verlieren an Gewicht und dementsprechend auch an Milch. Eine Kuh, die zu Beginn der Laktation krank ist oder wird, tut sich schwer damit, die volle mögliche Leistung zu erbringen. Ganz klar, dass wir alles versuchen, damit unsere Kühe gar nicht erst krank werden. Doch warum kommt es trotzdem immer mal wieder zu Labmagenverlagerungen und wie können wir diese verhindern?

Links- und rechtsseitige Labmagenverlagerung

Bei der Labmagenverlagerung unterscheidet man zwei Formen, die linksseitige und die rechtsseitige.

Bei der linksseitigen Labmagenverlagerung wandert der Labmagen unter dem Pansen hindurch und steigt an der linken Bauchwand auf.
Bei der rechtsseitigen Labmagenverlagerung steigt der Labmagen zwischen Darm und Bauchwand hoch, dabei kann es zu einer Drehung des Labmagens kommen, die im schlimmsten Fall zum Absterben des Organs und damit zum Verlust des Tieres führt.

Ursachen der Labmagenverlagerung

Die Ursachen für Labmagenverlagerungen liegen zum größten Teil in der Fütterung. Die Gabe großer Kraftfuttermengen und ein Mangel an strukturwirksamer Rohfaser (Rohfaser mit „pieksender“ Wirkung) führen dazu, dass im Pansen viele Säuren gebildet werden. Diese Säuren gelangen über den Pansen auch in den Labmagen. Dies kann dazu führen, dass die Beweglichkeit des Labmagens eingeschränkt ist und dass hier vermehrt Gase produziert werden, die zu einer Aufblähung des Labmagens führen. Da die Gase nach oben ziehen, kann der Labmagen unter ungünstigen Bedingungen entlang der Bauchwand aufsteigen.

Einen zusätzlichen negativen Effekt auf die Labmagengesundheit hat der Calcium Haushalt. Ca ist für die Beweglichkeit der Muskeln verantwortlich. Der um den Geburtszeitraum häufig vorkommende Ca- Mangel begünstigt somit den Trägheitszustand des Labmagens mit den bereits beschriebenen Folgen.
Auch die Qualität des Futters hat einen Einfluss auf die Entstehung von Labmagenverlagerungen. So begünstigen verpilzte und warm gewordene Silagen die Entstehung von Erkrankungen des Labmagens.

Vorbeugungsmaßnahmen

Um Labmagenverlagerungen entgegenzuwirken, kommt es also vorrangig auf das Fütterungsmanagement an. So ist eine optimale Trockenstehperiode mit langsamer Gewöhnung an die Laktationsmischung Grundvoraussetzung, damit die Kühe zu Laktationsbeginn gesund bleiben. Abrupte Futterwechsel sind unbedingt zu vermeiden.
Jedoch können auch andere Faktoren einen Einfluss auf die Entstehung von Labmagenverlagerungen haben. Dazu zählen z.B. Stress, mangelnder Kuhkomfort, Überbelegung, Hitze oder Geburtsschwierigkeiten. Labmagenverlagerungen gehen oft mit Vorerkrankungen wie Ketosen, Milchfieber, Nachgeburtsverhalten oder Gebärmutterentzündungen einher.

Positiv bewährt hat sich die Gabe eines Kuhtrunks direkt nach der Geburt. In der Regel saufen Kühe mehr als 50 Liter Wasser, wenn es unmittelbar nach der Kalbung bereitgestellt wird. Die bereitgestellte Energie- und Elektrolytergänzung im Kuhtrunk sorgt zudem dafür, dass die Kuh schnell wieder zu Kräften kommt und fit und gesund in die Laktation starten kann.

Achtung!

Sollte es trotz allem zu einer Labmagenverlagerung kommen, ist unbedingt ein Tierarzt zu Rate zu ziehen.


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